Abendgebet

Liturgie für eine Abendandacht (Pfarrerin H. Frey-Anthes)

Eingang

Bleibe bei mir. Denn es will Abend werden. Und der Tag hat sich geneigt.

Eine Kerze entzünden.

Lebendiger Gott, leuchte hell.

Barmherziger Gott, scheine warm.

Tröstender Gott, brenne in mir / uns.

Lied (lesen oder singen): Der Abend kommt (EG 673,1-3)

Der Abend kommt. Nun enden unsre Wege. Du Gott der Stille, deinen Frieden lege auf unser Haus und auf das dunkle Land, und lass uns ruhn in deiner guten Hand.

Die Nacht ist tief. Sie hält das Herz gefangen. Wo wir auf dunklen Wegen irrgegangen, führ du uns selbst, dass neu dein Tag beginnt, und wir von deinem Licht durchdrungen sind.

Die Nacht ist bang. Gib uns, dass Frieden werde. Sieh diese arme, leidzerrissne Erde. Du Gott des Friedens, ende allen Streit. Mach uns zu Friedensboten dieser Zeit.

Gebet nach Psalm 126

Es wird wie ein Traum sein, wenn wir frei sind. Von Sorge. Von „Ichkanndasnicht“. Von Angst. Hoffnungsleicht.

Es wird wie ein Traum sein, wenn wir lachen aus vollem Hals. Mit Kindern. Mit Marienkäfern. Mit Alten. Ungebändigt.

Es wird wie ein Traum sein, wenn wir nichts anderes sagen als: Danke! Für Trost. Für Schokolade. Für Mut. Freudesingend.

Sie werden uns sehen und mitlachen. Sie werden uns hören und mitdanken. Hoffnungsleichtungebändigtfreudesingend.

Gott, du lässt das Wasser quellen. Lass uns leben.

Wir weinen. Wir lassen los. Wir haben leere Hände.

Wir lachen. Wir kommen zu dir. Du erfüllst uns.

Es ist Abend. Und es wird Morgen.

Da ist Hoffnung. Da ist Kraft. Da ist Mut.

Wir sind lebendig. Für Dich, Gott. Mit Dir, Gott. Amen.

 

oder

 

Psalm 126

Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird,
so werden wir sein wie die Träumenden.

Dann wird unser Mund voll Lachens
und unsre Zunge voll Rühmens sein.

Da wird man sagen unter den Völkern:
Der HERR hat Großes an ihnen getan!

Der HERR hat Großes an uns getan;
des sind wir fröhlich.

HERR, bringe zurück unsre Gefangenen,
wie du die Bäche wiederbringst im Südland.

Die mit Tränen säen,
werden mit Freuden ernten.

Sie gehen hin und weinen
und tragen guten Samen

und kommen mit Freuden
und bringen ihre Garben. Amen.

Besinnung

Heute.

Ich bin gegangen, ich bin geblieben.

Ich habe gehört, ich habe geredet.

Ich habe genommen, ich habe gegeben.

Ich habe geweint, ich habe gelacht.

Ich habe gehofft, ich habe gezweifelt.

Und morgen?

 

Was lasse ich los?

Was erfüllt mich?

Was nehme ich mit in die Nacht?

Was lasse ich dem heutigen Tag?

 

Stille oder Gespräch

 

Idee: Zünden Sie jeweils ein Teelicht an für das, was Ihnen heute an Gutem begegnet ist. Legen Sie einen Stein dazu für das, was Ihnen Sorgen bereitet.

Beide, das Gute und das Schwere, bringen wir zu Gott.

Gebet

Diesen Tag, Herr, leg ich zurück in deine Hände, denn du gabst ihn mir.
Du, Gott, bist doch der Zeiten Ursprung und ihr Ende. Ich vertraue dir.

Dank sei dir, Herr, unser Gott, König der Welt!

Du hast Sonne und Mond geschaffen.
Du führst die Sterne herauf.

Du wirst nicht müde noch matt
und wachst über deine Geschöpfe.

Ich bitte dich für alle, die sich sorgen,
und für alle, die sich Heil und Kraft wünschen.

Ich bitte dich für die, die Angst haben,
und für alle, die sich nach Ruhe und Frieden sehnen.

Du freust dich mit den Fröhlichen.
Du trauerst mit den Traurigen.

Du schenkst Ruhe den Schlafenden.
Du bist das Licht der Sterbenden.

Dein ist der Tag und dein ist die Nacht.
Bleibe bei uns.

Amen.

Lied (lesen oder singen): Der Abend kommt (EG 673,4)

Es kommt dein Morgen. Bleib mit deiner Güte bei allen Menschen. Schütze und behüte, was du erschaffen, bis dein Tag anbricht, und wir dich schaun, dich und dein helles Licht.